Kapverdische Inseln

Kapverdische Inseln – das klingt nach Exotik, nach Meeresrauschen, nach weißen Sandstränden am Atlantik. Etwa 460 km vor der afrikanischen Westküste liegt der kleine Inselstaat, auch bezeichnet als Kap Verde. 15 Eilands, allesamt vulkanischen Ursprungs, gehören insgesamt zu dem Archipel, nur neun davon sind allerdings bewohnt. Die Bewohner der Kapverdischen Inseln unterscheiden ihre Heimat aber auf eine andere Art und Weise: Es gibt die “Inseln unter dem Wind” und die “Inseln über dem Wind”. Zu den ersteren zählen Maio, Santiago, Fogo und Brava und die unbewohnte Inselgruppe der Ilhéus do Rombo. Zu den Inseln über dem Wind gehören Santo Antão, São Vicente, São Nicolau, Sal, Boa Vista sowie die unbewohnten Inseln Santa Luzia, Branco und Raso. Die bedeutendste der bewohnten Inseln in Santiago.

Kapverdische Inseln: Das Klima

Kapverdische InselnAuf den Kapverdischen Inseln herrscht ganzjährig ein ozeanisches und trockenes Klima vor. Dafür sind die Passatwinde verantwortlich, die auch über die Kanarischen Inseln wehen und dort ein ähnliches Klima erzeugen. Das ganze Jahr über bleiben die Temperaturen auf der Inselgruppe der Kap Verden daher mild und angenehm, die Durchschnittstemperaturen liegen zwischen 21 und 29 Grad Celsius. In der Nacht sinken die Temperaturen lediglich um 3 bis 5 Grad Celsius. Zwar ist die Luftfeuchtigkeit hoch und liegt im Mittel zwischen 40 und 60%, die Niederschlagsmenge ist allerdings gering. Dadurch sind die Böden größtenteils trocken, was sich auch auf die Vegetation auswirkt.

Die Kapverdischen Inseln kennen nur zwei Jahreszeiten: Die Zeit der Winde oder Tempo das Brisas und die Regenzeit, die Tempo das Chuvas. Die Regenzeit dauert von August von September. Auf den ansonsten recht niederschlagsarmen Inseln können in diesen Monaten heftige Regenfälle von tropischem Ausmaß niedergehen. Die Zeit der Winde dauert von Oktober bis Juni und ist auch die bevorzugte Reisezeit für die Kapverdischen Inseln.

Die Geschichte der Kapverdischen Inseln

Seit 1975 bilden die Kap Verden einen unabhängigen Inselstaat. Amtssprache der Inselgruppe ist portugiesisch, die Hauptstadt ist Praia. Entdeckt wurde die Inselgruppe im Jahre 1445 von portugiesischen Seefahrern. Bis dahin waren sie unbewohnt. Als Entdecker gilt heute der Genueser Genueser António da Noli, der im Auftrag von Heinrich dem Seefahrer unterwegs war, um neue Handelswege auf See zu erschließen. Die weitergehende Kartographierung und Entdeckung der Inselgruppe fiel Diego Afonso zu, der die Inseln nach den jeweiligen Tagesheiligen des Entdeckungsdatums benannte.

Die erste Siedlung auf den Kapverdischen Inseln entstand 1461 im heutigen Santiago. Die portugiesischen Seefahrer brachten ihre afrikanischen Sklaven mit; wie viele andere Inselstaaten und neu besiedelte Staaten waren auch die Kap Verden in den ersten drei Jahrhunderten ihrer bewohnten Geschichte von Sklaverei geprägt. Das Zusammenleben von „Freien“ Familien und Sklaven unterschied sich allerdings vom Leben in anderen afrikanischen und südamerikanischen Regionen: „Freie“ und Sklaven lebten weitgehend friedlich miteinander zusammen. Die portugiesische Kultur und die Kultur der Sklaven vermischte sich, diese Durchmischung der verschiedenen Ethnien ließ eine reiche kreolische Kultur entstehen, welche die Inselgruppe noch heute prägt.

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Nach der Entdeckung Amerikas im Jahr 1492 entstand ein territorialer Disput zwischen portugiesischen und spanischen Eroberern. 1494 wurde im Vertrag von Tordesilhas eine neue Grenzlinie festgehalten, die 370 Seemeilen westlich der Kap Verden vom Nordpol bis zum Südpol verlief, der Westen wurde Spanien, der Osten Portugal zugesprochen. Nach der spanischen Besetzung Portugals im 16. Jahrhundert wurden die Kap Verden Ziel von Freibeutern aus ganz Europa; die europäischen Kriege brachten zudem einen Handelsrückgang mit sich, die Wirtschaft der Kapverdischen Inseln erlebte einen Einbruch, von dem sich das Archipel bis ins 18. Jahrhundert hinein nicht mehr erholte.

Ein langsamer Aufschwung zu Beginn des 19. Jahrhunderts endete mit den sinkenden Kaffeepreisen. 1951 wurden die Kapverden zur portugiesischen Überseeprovinz erklärt. Das Kolonialgebahren der Portugiesen nahm allerdings nicht ab, vollständige Bürgerrechte erhielten die Bewohner der Kapverden erst nach massiven Aufständen im Jahr 1961. Unabhängigkeit erhielt die Inselgruppe am 5. Juli 1975, als República Cabo Verde, unter dem ersten Staatspräsidenten Aristides Pereira und dem Ministerpräsidenten Pedro Pires. Die erste Verfassung wurde am 5. September 1980 verabschiedet. Durch Entwicklungshilfeprogramme konnte die Wirtschaft des Inselstaates sich erholen. Heute gelten die Kap Verden als wirtschaftlich stabile und friedliche Region.

Sprache und Religion auf den Kapverdischen Inseln

Portugiesisch ist heute noch die Amtssprache, die Bevölkerung spricht allerdings Kapverdisches Kreol, das in verschiedenen Varianten auf den Inseln vertreten ist. Die europäischen Siedler brachten auch ihre Religion mit auf die Inseln: Etwa 90 Prozent der Insulaner gehören so heute dem katholischen Glauben an. Die Inseln sind allerdings geprägt von starker Emigration; es leben heute mehr gebürtige Kapverder im Ausland als auf den Inseln selbst.

Kapverdische Inseln: Geographie

14 und 17° nördliche Breite und 22 und 25° westliche Länge: Das sind die Koordinaten der Kapverdischen Inseln. Die Inselgruppe liegt im atlantischen Ozean, auf Höhe des afrikanischen Staates Senegal. Die Gesamtfläche der Inselgruppe beträgt 4,033 Quadratkilometer. Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs, geologische Untersuchungen gehen von einem Alter von etwa 135 Millionen Jahren aus.

Die östlichen und westlichen Inseln unterscheiden sich in ihren Erscheinungsbild sehr deutlich voneinander, da sie sehr unterschiedlichen Witterungseinflüssen ausgesetzt sind. Die östlichen Inseln zeigen ein flaches Relief mit trockenen Wüstenlandschaften, aber auch herrlichen Sandstränden. Die westlichen Inseln beherrscht eine gebirgige Landschaft mit Vulkangipfeln und grünen Tälern. Statt Sandstrände sind hier vor allem Steilküsten zu finden. Der höchste Gipfel der Kapverdischen Inseln ist der Pico de Fogo, ein heute noch aktiver Vulkan mit einer Höhe von 2.829 Metern.

Kapverdische Inseln: Flora und Fauna

Kapverdische Inseln: Wer nur an meterlange Sandstrände und wunderschöne Tauchgebiete denkt, wird von einem Besuch auf der Inselgruppe überrascht sein. Die Tierwelt der Kapverdischen Inseln ist zwar vergleichsweise arm, vor allem ist hier nur eine Fledermausart als einziges Säugetier einheimisch – dafür beeindrucken Unterwasserwelten mit grandioser Artenvielfalt, darunter auch seltene Meereslebewesen. So können Besucher mit viel Glück Zeuge eines Naturschauspiels werden, wenn Meeresschildkröten ihre Eier an den Sandstränden der Insel ablegen. Reich ist auch die Anzahl an Schmetterlingsarten, die auf den Inseln zu finden sind. Rund 500 verschiedene Käferarten leben ebenfalls auf dem Archipel. Von Einwanderern eingeführt wurden die üblichen Nutztiere wie Kühe, Ziegen, Schweine, Hunde und Katzen.

Vögel haben die Inseln ebenfalls für sich erobern können. 50 verschiedene Arten von Brutvögeln nisten an den Steilküsten und den Stränden der Inseln. Ausschließlich auf der Inselgruppe leben der Razolerche, der Kapverdensperling, der Alexandersegler und der Kapverdenrohrsänger.

Die Pflanzenwelt auf den Kapverdischen Inseln ist sehr artenreich; die unterschiedlichen geographischen Bedingungen auf den westlichen und östlichen Inseln führen auch zu abwechslungsreichem Bewuchs. Im Westen beherrschen trockene Grasflure die Landschaft, im Osten dagegen beeindrucken mannshohe Dünen und ausgedehnte Salzsümpfe mit üppigem Mangrovenbewuchs. Bananenstauden, Kräuter und Gewürzpflanzen und tropische Palmenarten bereichern die Pflanzenwelt auf den gebirgigen Inseln.