Kapverdische Inseln

Kap Verde – das klingt nach Exotik, nach Meeresrauschen, nach weißen Sandstränden am Atlantik. Etwa 460 km vor der afrikanischen Westküste liegt der kleine Inselstaat, auch bezeichnet als Kapverdische Inseln. 15 Eilands, allesamt vulkanischen Ursprungs, gehören insgesamt zu dem Archipel, nur neun davon sind allerdings bewohnt. Die Bewohner der Kapverdischen Inseln unterscheiden ihre Heimat aber auf eine andere Art und Weise: Es gibt die “Inseln unter dem Wind” und die “Inseln über dem Wind”. Zu den ersteren zählen Maio, Santiago, Fogo und Brava und die unbewohnte Inselgruppe der Ilhéus do Rombo. Zu den Inseln über dem Wind gehören Santo Antão, São Vicente, São Nicolau, Sal, Boa Vista sowie die unbewohnten Inseln Santa Luzia, Branco und Raso. Die bedeutendste der bewohnten Inseln in Santiago.

Ganzjähriges mildes Klima

Kapverdische InselnSeit 1975 bilden die Kap Verden einen unabhängigen Inselstaat. Amtssprache der Inselgruppe ist portugiesisch, die Hauptstadt ist Praia. Auf den Kapverdischen Inseln herrscht ganzjährig ein ozeanisches und trockenes Klima vor. Dafür sind die Passatwinde verantwortlich, die auch über die Kanarischen Inseln wehen und dort ein ähnliches Klima erzeugen. Das ganze Jahr über bleiben die Temperaturen auf der Inselgruppe der Kap Verden daher mild und angenehm. Zwar ist die Luftfeuchtigkeit hoch, die Niederschlagsmenge ist allerdings gering. Dadurch sind die Böden größtenteils trocken, was sich auch auf die Vegetation auswirkt. Im Westen beherrschen trockene Grasflure die Landschaft, im Osten dagegen beeindrucken mannshohe Dünen und ausgedehnte Salzsümpfe mit üppigem Mangrovenbewuchs. Die Tierwelt der Kapverdischen Inseln ist eher arm, vor allem ist hier nur eine Fledermausart als einziges Säugetier einheimisch. Allerdings können Besucher mit viel Glück Zeuge eines Naturschauspiels werden, wenn Meeresschildkröten ihre Eier an den Sandstränden der Insel ablegen.

Bis zur Besiedlung durch Portugiesen waren die Kap Verden unbewohnt

Die Besiedlung der Inselgruppe ist tatsächlich gar nicht so lange her: Im Jahre 1445 wurden die Inseln von portugiesischen Seefahrern entdeckt. Bis dahin waren sie unbewohnt. Die Seefahrer brachten ihre afrikanischen Sklaven mit; die Durchmischung der verschiedenen Ethnien ließ eine reiche kreolische Kultur entstehen. Portugiesisch ist heute noch die Amtssprache, die Bevölkerung spricht allerdings Kapverdisches Kreol, das in verschiedenen Varianten auf den Inseln vertreten ist. Die europäischen Siedler brachten auch ihre Religion mit auf die Inseln: Etwa 90 Prozent der Insulaner gehören so heute dem katholischen Glauben an. Die Inseln sind allerdings geprägt von starker Emigration; es leben heute mehr gebürtige Kapverder im Ausland als auf den Inseln selbst.

Kapverdische Inseln und ihre spezielle Kultur – wer daran denkt, muss zunächst an die reiche Musiklandschaft der Inseln denken. Morna heißt die wohl bekannteste der kapverdischen Musikrichtungen, die aus in Moll gehaltenen, melancholischen Klängen besteht und dem portugiesischem Fado ähnlich ist. Die Literaturlandschaft des Inselstaates ist eine der reichsten Afrikas. Ob traditionelle Musik, beeindruckende Landschaften oder kilometerlange Strände – für Besucher gibt es auf den Kapverdischen Inseln viel Ungewöhnliches zu entdecken, das einen Aufenthalt auf der Inselgruppe zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.